ES MUSS NICHT IMMER EINE WEITE REISE SEIN

URLAUB ZUHAUSE - ES MUSS NICHT IMMER EINE WEITE REISE SEIN UM NEUES ALTES ZU ENTDECKEN

Kurz vorab:

Wir, das sind drei junge Frauen und zwei kleine Kinder, Hannah und Paulchen, wollten uns eine Auszeit nehmen. Eine Auszeit von Arbeit, der Stadt, dem sogennannten Alltag eben.

Wir hatten auch schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr die Möglichkeit, zusammenzusitzen und zu quatschen, wie Frauen das so gerne machen.

ANKOMMEN

Das klare Blau und die warmen, im Sonnenlicht schimmernden, Brauntöne der sechs Chalets, welche mit diesen majestätischen, im leichten Wind "knartschenden" Bäume "aufgewachsen" zu sein scheinen, überwältigen uns zugegebenermassen ein bisschen. Wir, die wir ja erprobte "Sommerfrischkinder" sind!

Dieser herrliche Duft von frischem Waldboden und "Tschurtscheln" tanzt uns um die Nase, und jede von uns fühlt sich insgeheim rückversetzt in fröhliche, unbeschwerte Kindertage.

Fauzia winkt uns herzlich zu und heisst uns, mit ihrem ansteckenden Lachen, willkommen.

Und genauso fühlen wir uns auch. Willkommen!

Das NONO2, welches für die nächsten Tage unser neues Zuhause wird, verschlägt uns beinahe die Sprache.

FÜHLEN - SPÜREN

Es fällt schwer, das Gefühl in Worte zu fassen, wenn man dieses Häuschen betritt.

Ich könnte nun ausführlich über das Mobiliar, den Lärchenboden und die Fichtenholzwände, den einladenden, handgefertigten Küchentisch aus Holzpaletten, die zahlreichen, mit so viel Liebe zum Detail, vorhandenen Blickfänge, schreiben.

Aber es ist wohl das Gesamt(kunst)werk, denn jedes dieser einzigartigen Chalets, die einladende Jurte, die die Kinder neugierig erkunden, sowie die zentrale Feuerstelle, das uns die Worte raubt und in uns eine Welle an wohligen, warmen Gefühlen aufkommen lässt.

Alle Fenster des Chalets erscheinen einem auf den ersten Blick beinahe wie kitschige Waldgemälde in Öl gemalen; nur dass es eben keine Bilder, sondern echte Bäume sind.

Nachdem wir jedes Zimmer bestaunt haben und unsere Sachen mehr oder weniger ausgepackt haben, trinken wir auf der sonnenverwöhnten Waldterasse einen Kaffee.

Und dann stapfen wir los.

ENTDECKEN

Wir entdecken zwei Rehe, die ganz nah an unserem Häuschen verweilen, gehen zwischen den Bäumen immer tiefer in den Wald. Erste Himmelschlüssel und ein Meer an Enzianen finden wir und nach nur wenigen Schritten stehen wir mitten auf einer riesigen, satten grünen Wiese.

Eine "richtige" Wiese, mit "echten" Wiesenblumen. Kein Kunstdünger, kein Mist wird darauf ausgeworfen.

Wir hören wie der leichte Luftzug das Geäst der Bäume streift und die Vögel zwitschern.

Unbeschreiblich schön.

Die Kinder laufen unbeschwert durch das Gras und wir basteln Pfeifen aus Lärchenästen.

GENIESSEN

So wundervoll wie der Tag, so auch die Nacht.

Trotz der kühlen Luft unterm sternenklaren Himmel, ist es im Inneren des Chalets kuschelig warm. Während die Kinder (sogar Paulchen) entspannt und tief schlafen, sitzen wir auf der gemütlichen Couch und haben endlich Zeit für uns.

Ein heilsamer Ort, der einlädt zur Ruhe zu kommen, Energie zu tanken, achtsam zu sein und der unweigerlich Natur spürbar macht.

Wunderbar, wanderbar, pur und echt.

Das FeliZitas erweckt in uns Räubertöchter und Heidis, verwandelt Kinder in Entdecker und Erwachsene in Kinder.

Wir haben ein Stück unserer, in Vergessenheit geglaubten Kindheit, Dank dieses verzauberten, beflügelnden, Fleckchens Erde, wiederentdeckt.

Lieber Ivo, liebe Familie Passler, wir möchten uns herzlich bedanken!

Ihr habt ein kleines Paradies geschaffen und wir werden bestimmt wieder kommen!

Karin Niederstätter