IMPRESSIONEN: BRIGITTE, GUDRUN, HELGA & GERDA VOM PROBE-WOHNEN IN FELIZITAS

Eravamo a San Felice, "vacanza di prova" nelle case nel bosco di "FeliZitas" (http://www.felizitas-chalet.eu/), invitate da Ivo Passler (danke Ivo!) e abbiamo passato un momento di incanto.
Der Duft. Ansonsten das flüchtigste aller Sinneserlebnisse, hat sich diesmal gerade der Geruch besonders gehalten. Als wir heut unsre Rucksäcke ausgepackt haben, konnten wir es kaum fassen. Unsere Kleider rochen noch nach dem Holz, das Holz, das uns in der letzten Nacht auf allen Seiten umgab, umhüllte, in den Schlaf wiegte und sogar unsere Träume durchgeputzt hat.
Zu viert waren wir diese Nacht in einem der sechs Waldchalets von FeliZitas in St. Felix am Nonsberg abgetaucht, bei Ivo und seiner schönen, bunten Familie. Gerade am Entstehen ist dieses Projekt eines naturnahen, nein natürlichen Tourismus – heute kamen die ersten zahlenden Gäste. Sie werden glücklich sein in einem der Häuschen, die hier auf Stelzen neben den Bäumen im Wald stehen wie sechs gute kubische Waldgeister. Sie sind ganz und gar aus Holz, genauso wie die lebenden Baumkameraden, die sie umgeben und die immer gegenwärtig sind. Den Wald sieht man vor lauter Bäumen, und wie!, er umgibt uns, wenn wir aus dem Fenster schauen, wenn wir auf den Balkon treten, wenn wir nachmittags in ihrem Schatten die gnadenreiche Kühle genießen oder wenn wir abends auf der Treppe sitzen und dem leichten Rauschen lauschen, das uns die alten Bäume als kleines Konzert bieten.
Wir sind für eine Zeitlang Teil dieses Ganzen und wir genießen es. Unser Alltag ist so weit weg, dass es fast schon ein Bruch des FeliZitas-Zaubers ist, darüber zu reden. Mehr Urlaub als dies kann es eigentlich gar nicht geben, stellen wir fest. Das Besinnen auf das Wesentliche, das Langsamerwerden oder Herunterfahren, wie wir vielleicht in einer modernen Metapher sagen würden, das Erkennen des Echten – das bedeutet Aussteigen aus den mehr oder weniger verrückten Mechanismen des Alltags.
Jedes Haus ist anders und von jeweils anderer Hand eingerichtet, schlichte Holzschönheit trifft sich da manchmal mit afrikanischer Kunst, dann auch wieder mit Biomöbeln, Recyclingkunst, Trödelstücken oder auch einmal, mit schelmischem Augenzwinkern, mit Kunststoffdesign. Wir stellen uns vor, wie gut es sich hier lesen lässt, den Gedanken nachhängen, gemeinsam spielen oder dem Kinderspiel zusehen, das sich hier im Amphitheater der Häuser oder dahinter im Wald unweigerlich entfalten wird, wie genussreich das Glas Wein am Abend, der Tee nach einem Nachmittag im Schnee, kühles Wasser nach einer Sommerwanderung. 
Für uns ist der Tag und nun auch noch der Abend erst einmal zu Ende und wir schlüpfen dankbar in unsere Holzgehäuse, lachen, lächeln uns in den Schlaf. Der Morgen ist frisch und die Luft so sauber, dass sich beinahe die Dusche erübrigen würde, wenn sie nicht so einladend wäre in den schönen Badezimmern. Der neue Tag erwartet uns, leider müssen wir dieses Stück Gute Welt hinter uns lassen. 
Aber wertvoll war auch nur das kurze Ausprobieren. Bereits unser kleines Intermezzo hat uns ahnen lassen, wie gut es einem gehen kann in der Welt von FeliZitas, am Rande des Waldes, am Rande des Alltags.

Brigitte, Gudrun, Helga, Gerda - 9 Juli 2015
In memoriam Lisi Ramoser, die das fünfte Bett bewohnt haben müsste.